Hans Scholl

Die Geschwister Scholl, das sind Hans und Sophie Scholl, waren Mitglieder der Weißen Rose, einer Gruppe, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete.

Die Geschwister Scholl wurden am 18. Februar 1943 beim Auslegen von Flugblättern an Münchener Universität vom Hausmeister beobachtet und der Gestapo gemeldet. Bereits am 22. Februar 1943 wurden sie vom Volksgerichthof unter der Leitung von Roland Freisler zum Tode durch das Fallbeil verurteilt und noch am selben Tage in München-Stadelheim hingerichtet. Ihr Grab befindet sich auf dem dortigen Friedhof am Perlacher Forst.

Anfänglich waren beide Geschwister vom Nationalsozialismus durchaus begeistert und hatten in der Hitler-Jugend und im Bund Deutscher Mädel Karriere gemacht. Die Fahrten, die Bewertung von ,,Heimatliebe”, ,,Kameradschaft”, ,,Volksgemeinschaft” und ,,Vaterland” sprachen den 15-jährigen Hans und die 12-jährige Sophie in ihrer tiefen Naturverbundenheit und Heimatliebe an.



Sophie Scholl

Es waren nicht die Vorhaltungen des Vaters, der Hitler mit dem Rattenfänger von Hameln verglich, die die Jugendlichen in zunehmend kritische Distanz zum Nationalsozialismus brachten, sondern die Erfahrungen der Beschneidung der eigenen Individualität: das Verbot, russische und norwegische Volkslieder zur Gitarre zu singen; die Aufforderung, die selbstgenähte Phantasiefahne des Fähnleins abzugeben; das Verbot, Stefan Zweigs ,,Sternstunden der Menschheit” zu lesen; aber auch das rätselhafte Verschwinden eines jungen Lehrers, sowie “die Sache mit den Juden”.

So entwickelte sich aus allmählich sich einstellenden Zweifeln schnell eine massive Ablehnung des NS-Regimes.

Im Sommer 1942 nach dem großen Luftangriff auf Köln verteilten Alexander Schmorell und Hans Scholl erste Flugblätter, deren Gedanken alle um drei Themen kreisen: Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft, Wiederherstellung persönlicher Freiheit und die Mitschuld der Deutschen an den Staatsverbrechen.